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Vortrag Ingo Elbe: Antisemitismus und postkoloniale Theorie.

19. Januar @ 19:0020:00

https://portal.fzs.de/project/ak-politische-bildung/event/vortrag-ingo-elbe-buendnis/
19.01.
Ingo Elbe: Antisemitismus und postkoloniale Theorie
Ingo Elbe: Antisemitismus und postkoloniale Theorie.
Der „progressive“ Angriff auf Israel, Judentum und Holocaust Erinnerung
19 Uhr | Hörsaal 21
Die im akademischen und kulturellen Bereich inzwischen einflussreichen Postcolonial Studies untersuchen, wie sich koloniale Spuren im Wissenssystem und in den sozialen Strukturen von Gesellschaften auch nach dem Ende der formalen Kolonialherrschaft zeigen.
Der Vortrag beschäftigt sich damit, wie das Prinzip der Kolonialität genutzt wird, um einen Schlüssel zu Judentum, Zionismus und Shoah zu beanspruchen und klärt über die theoretischen Verzerrungen auf, die dadurch entstehen: die begriffliche Auflösung des Antisemitismus in Rassismus, die Relativierung des Holocaust zum Kolonialverbrechen, die Dämonisierung Israels und die Ausblendung des islamischen und arabischen Antisemitismus.
Thematisiert werden auch die politischen Konsequenzen antisemitischer Diskurse in den postkolonialen Studien, die sich in Deutschland vor allem in der sogenannten Mbembe-Debatte, dem „Historikerstreit 2.0.“ sowie der documenta fifteen gezeigt haben.
Seit dem Massaker der Hamas vom 7. Oktober 2023 ist weltweit eine beispiellose Welle des ‚progressiven‘ Hasses auf Israel zu beobachten. Diese spiegelt sich auch an westlichen Universitäten wider, wo sowohl angesehene Intellektuelle, die das Massaker der Hamas als Befreiungsakt feiern, als auch Studierende, die offen zum Mord an Zionist*innen aufrufen, zu finden sind.
Der Vortrag geht der Frage nach, wie das möglich wurde.
Dr. Ingo Elbe ist wissenschaftlicher Mitarbeiter und Privatdozent am Institut für Philosophie der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg. Letzte Publikationen u.a.: Probleme des Antirassismus. Postkoloniale Studien, Critical Whiteness und Intersektionalitätsforschung in der Kritik, Berlin 2022 (als Mitherausgeber) sowie Hannah Arendts Bild des Holocaust – mit einem Ausblick auf seine postkolonialen Erben. In: A. Stahl/M. Seul u.a. (Hg.): Erinnern als höchste Form des Vergessens. (Um-) Deutungen des Holocaust und der Historikerstreit 2.0, Berlin 2023. Postcolonialism, Antisemitism, and Israel: The ‘Progressive’ Attack on the Jewish State and Holocaust Memory. In: I. Ritzer (Hg.): On the Critique of Identity. Stuttgart 2024. „By Any Means Necessary” – Authoritarianism and the Potential for Violence in Anti-Zionist Postcolonial Discourse. In: Israel Journal of Foreign Affairs, July 2025. Aktuelles Buch: Antisemitismus und postkoloniale Theorie. Der „progressive“ Angriff auf Israel, Judentum und Holocausterinnerung. 3. Aufl. Berlin 2025. Online-Texte unter: https://uol.de/philosophie/pd-dr-ingo-elbe/publikationen
Der Vortrag findet in Kooperation mit dem Tübinger Bündnis für Israel und gegen Antisemitismus, sowie der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Stuttgart e.V. statt.

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