Die Verfasste Studierendenschaft Tübingen positioniert sich gegen das
AfD-Podium, das am 5. September in der Hermann-Hepper-Halle stattfinden
soll. Politiker*innen, die der Freiheit von Lehre und Forschung
feindlich gegenüberstehen und Gruppen auch innerhalb unserer
Studierendenschaft diskriminieren und durch ihre Politik bedrohen,
sollte nirgends eine Bühne geboten werden.
Die Freiheit von Lehre und Forschung ist weltweit so stark unter
Beschuss wie schon lange nicht mehr. Auch in der Bundesrepublik
Deutschland finden systematische Angriffe auf Forscher*innen, vor allem
in den Sozial- und Geisteswissenschaften, statt. Dazu meint Amina vom
Arbeitskreis Politische Bildung: „Die Hochschulen müssen frei sein in
ihrer Forschung und Lehre. Anstatt den Attacken beispielsweise auf
Gender Studies eine Plattform zu geben, ist es geboten, sich ihnen
entschieden entgegenzustellen!“
Zu den Aufgaben der Studierendenschaft als Vertretung aller
Immatrikulierten gehört es, Chancengleichheit zu fördern,
Benachteilungen abzubauen und die Integration ausländischer Studierender
zu fördern. „Rassistische, misogyne, queerfeindliche und antisemitische
Positionen stellen eine große konkrete Bedrohung für unsere
Kommiliton*innen dar“, so Amina weiter. So fordert die AfD die
Abschaffung von Antidiskriminierungsprogrammen und z. B. von
Gleichstellungsbüros. Ein Zugang zu Bildung muss allen möglich sein.
Stattdessen wird Positionen eine Bühne in unserer Universitätsstadt
geboten, die diesem Ziel aktiv entgegenarbeiten.
Strategisch ist daher dem Plan Palmers eine Absage zu erteilen.
Rechtsextreme profitieren von derartigen Podien, werden sie so doch
anschlussfähiger an das bürgerliche Lager. StuRa-Mitglied Pi sagt dazu:
„Wenn durch solche Podien extremistische und menschenfeindliche
Positionen normalisiert werden, schadet das nicht nur der Demokratie,
sondern auch uns Studierenden.“ Amina ergänzt: „Tübingen hat in den
letzten Jahren gezeigt, dass eine klare Haltung gegen Rassismus und
Ausgrenzung möglich und effektiv ist – das darf nicht gefährdet werden“
Am 5. September gilt es – gerade für Studierende in einer Universität,
die ihre eigene unrühmliche Rolle im Faschismus kritisch aufarbeiten
muss –, solchen Podien entschlossen entgegenzutreten. Die
Studierendenschaft solidarisiert sich daher mit den vielfältigen
Protesten gegen das Podium.